Philosophie

Sie befinden sich im Archiv der Website des Meisterateliers für Geigenbau Martin Schleske. Das Archiv enthält frühere (veraltete) Inhalte unserer Website.

ALTITALIENISCHE LEHRER

Die großen Meister der Renaissance empfanden die Verbindung von Kunst und Wissenschaft als selbstverständlich. Ihre künstlerischen Werke sind ohne ihre „wissenschaftliche“ Beobachtungsschärfe und Neugier, ohne ihr Naturgefühl, kaum denkbar. In diesem kreativen Milieu aus Kunst und Wissenschaft konnte als ein vollkommenes Werk die Geige entstehen. Erst im 19. Jahrhundert verkam die Kunst des Geigenbaus zum bloßen Handwerk.

Das MEISTERATELIER FÜR GEIGENBAU MARTIN SCHLESKE steht für eine kreative Verbindung aus Geigenbaukunst und akustischer Forschung. Das lichtdurchflutete Atelier im Künstlerpark Alte Würmmühle, inmitten eines herrlichen Landschaftsschutzgebietes im Südwesten Münchens, ist ein lebendiges Zeugnis für jene eigentümliche Kombination aus Kunst und Wissenschaft: Die Werkbank, ausgerüstet mit duzenden unterschiedlichster Schnitzeisen und Ziehklingen, zeugt vom Werdegang der hier entstehenden Konzertinstrumente.

Die in Meisterhand gefertigten Einzelstücke (Geigen, Bratschen und Violoncelli) begreift MARTIN SCHLESKE stets als individuelle „Klangskulpturen“.

Neben der Werkbank das hochmoderne Akustiklabor, digitale Signalprozessoren, Monitore, Schwingungssensoren und ein auf kugelgelagerten Schienen positionierbarer Messtisch: Das Labor zeugt von akustischen Prozessen, die den Werdegang eines jeden Instrumentes begleiten. Diese Laborarbeit stellt in der Anwendung wissenschaftlicher Akustik für den praktischen Geigenbau eine weltweite Pionierrolle dar.

„Meine Forschung“, so beschreibt der Geigenbaumeister und Diplom-Physik-Ing. (FH) Martin Schleske seine Arbeit, „verstehe ich als ein Werkzeug der Spurensicherung. In der Entschlüsselung faszinierender akustischer Geheimnisse guter Referenzinstrumente offenbart sich heute ein überwältigender Erfahrungsschatz. Indem meine akustischen Analysen das Klangkonzept eines Antonio Stradivari oder Guarneri del Gesù sichtbar machen, kommen diese Meister im zeitgenössischen Geigenbau sehr viel unmittelbarer zu Wort als es mit herkömmlichen Methoden möglich ist. Sie sind damit nicht mehr nur historische Vorbilder, sondern gegenwärtige Lehrer. Dieser Unterschied beschreibt das Revolutionäre der neuen Methode im Geigenbau. Sie macht es möglich, im Werdegang neuer Instrumente das Klangkonzept des Lehrers nachzuvollziehen und kontinuierlich im Werdegang der eigenen Instrumente zu überprüfen. So empfinde ich mich sehr unmittelbar als ein Schüler dieser Meister.

In meinen Instrumenten greife ich die ursprüngliche Tradition im Sinne einer schöpferischen Entwicklung auf. In jenem ursprünglichen Wechselspiel aus Kunst und Wissenschaft liegt meine Leidenschaft als Geigenbauer: Trennungen überwinden, weil man beide Sprachen spricht.“