Als Geigenbaumeister verstehe ich die Geigen, Bratschen und Violoncelli, die in meiner Werkstatt entstehen, als individuelle Klangskulpturen. Der Schaffensprozess, von der Suche des Klangholzes in den Hochlagen der norditalienischen Bergwälder bis zum Auspolieren des letzten Öllackanstrichs, nimmt viele hundert Stunden ein. Doch meine Arbeit als Geigenbaumeister ist erst dann zum Ziel gekommen, wenn das Instrument zur Stimme eines Menschen wird.
Auch wenn ich über Jahrzehnte meine eigene Formensprache entwickelt habe und jedes Instrument meine künstlerische Handschrift trägt, ist das Kunstwerk, das auf meiner Werkbank entsteht, nicht die augenscheinliche Skulptur. Das Kunstwerk ist Klang, dessen Kraft und Farbenreichtum, Modulierbarkeit und emotionale Autorität aus den Resonanzen des Instrumentes schöpft. Das Resonanzprofil ist wie eine akustische Farbpalette, die den Musiker/die Musikerin klanglich malen lässt.
Der kleine Brandstempel und der Geigenzettel im Innern meiner Instrumente sind Signaturen meines Schaffens. Es ist eine Ahnung, wie sie bei den großen Altmeistern der Geigenbaukunst ebenso lebendig war wie in den Kompositionen ihrer Zeit: Musik ist letztlich in Klang gegossenes Gebet.
Martin Schleske, Geigenbaumeister
Portraitfoto oben: © Sr. Teresa Spika, Abtei Venio
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