Ich freue mich über Ihr Interesse an meiner Arbeit. Im Klangraum haben Sie die Möglichkeit, den Klang einiger meiner Geigen, Bratschen und Violoncelli im "solistischen Ernstfall" zu erleben. Die Galerie vermittelt einen Einblick in den künstlerischen Anspruch meiner Instrumente.
Da ich nicht nur Instrumente für Solisten fertige, stelle ich Ihnen in der Modellpalette die unterschiedlichen Modelle meiner Arbeit vor: die "Solistenklasse", die "Konzertklasse" und die "Akademieklasse".
Jedes Streichinstrument aus meiner Werkstatt erarbeite ich als eine individuelle klangliche und optische „Skulptur“. Auch wenn ich meiner eigenen künstlerischen Handschrift treu bleibe, so ist doch jedes Instrument immer wieder ein unverwechselbares Unikat. Einige meiner Geigen, Bratschen und Celli bewähren sich in den Händen renommierter Solisten und Konzertmeister als erfolgreiche Konzertinstrumente. Dennoch kopiere ich mich nicht selbst, sondern versuche mit jedem Instrument, etwas Neues ins Leben zu rufen.
Ein lebendiger künstlerischer Werdegang ist niemals bloßes „Machen“. Ich verstehe Geigenbau nicht als die Fertigung eines technischen Produktes, sondern erschaffe mit jedem Instrument eine eigene Stimme. Darum ist es für mich entscheidend, im Schöpfungsprozess des Instrumentes, über alles „Machen“ hinaus, darauf zu achten und zuzulassen, was in der Auseinandersetzung mit dem individuellen Holz an Formgebung und Ausarbeitung entsteht. Die klangliche Stimme eines guten Instrumentes ist das Ergebnis wacher Intuition und hörender Inspiration.
Klangliche Leidenschaft
Als Geigenbaumeister und Akustikforscher arbeite ich leidenschaftlich daran, die Tradition des Geigenbaus durch sorgfältiges Handwerk und unermüdliche Klangforschung weiterzuentwickeln. Nicht wenige renommierte Musiker entdecken in der Dynamik, Tragfähigkeit und Kraft meiner Instrumente ein klangliches Potential, das sie lieben und aus dem sie schöpfen. Ihre Konzerte und Aufnahmen geben davon Zeugnis.
Im Bau meiner Instrumente geht es mir nicht nur um klangliche, sondern auch um optische Überzeugungskraft. Die Entwicklung der eigenen Lackrezeptur ist das Ergebnis meiner jahrelangen Forschungen im Bereich der Akustik. So konnte ich im Lack- und Akustiklabor meines Meisterateliers in den vergangenen Jahren zahlreiche Instrumente der großen italienischen Altmeister in ihren Dämpfungseigenschaften analysieren und mit den akustischen Eigenschaften meiner eigenen Lackierung vergleichen.
Zu den allerfeinsten Beispielen, deren akustisches Eigenleben ich eingehend studieren konnte, waren Instrumente eines Antonio Stradivari, Andreas und Pietro Guarneri, Joseph Guarneri del Gesu, J.B. Guadagnini, Domenico Montagnana, Carlo Bergonzi, Franceso und Matteo Gofriller, G.A. Rocca, David Tecchler, Nicolas Lupot Nicolo Amati.
Das Ergebnis dieser Forschung ist nicht die diffuse Behauptung, das „originale Stradivari-Rezept“ wiederentdeckt zu haben, sondern die Überzeugung, eine Lackierung entwickelt zu haben, deren akustische Eigenschaften denen der Cremoneser oder Venetianer Meister ebenbürtig sind.
Nachdem ich hunderte von Lackrezepturen (vom 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart) nachgekocht und in ihren akustischen Eigenschaften analysiert habe, ist es selbstverständlich, dass die Grundierungen, Pigmente und Öllacke in meinem Atelier selbst hergestellt werden.
Die tiefe und leuchtende Färbung der Lackierung entsteht aus Pigmenten der Krappwurzel, die unter Zusatz verschiedener Salze eine große Bandbreite unterschiedlicher Farbnuancen entfalten. Das Lackbild meiner Instrumente spielt in Anlehnung an die flämische Malerschule mit Kontrasten aus optisch gebremsten und optisch verstärkten Bereichen. Dazu arbeite ich mit komplementären Pigmenten.
Zahlreiche Mythen ranken um die Frage nach dem Klangholz (Tonholz). Neben eigens geschlagenem Holz verwende ich immer wieder auch eines von 80 Tonholzstücken, die im Jahre 1884 in Davos geschlagen wurden. Dieses sehr leichte, glockenartig hell und frei klingende Holz stammt aus dem Nachlass einer berühmten schweizerischen Geigenbauerfamilie.
In Vielem kann meine Forschung das jahrhundertealte empirische Wissen der Väter des Geigenbaues nur bestätigen. Doch nur dann, wenn überliefertes Wissen durch eigene Erfahrungen belebt und weitergeführt wird, entsteht etwas Besonderes und Authentisches.










